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Ostsee-Gastgeber mit Herz

Lesedauer ca. 7 Min. · NordTV24 Redaktion

Ostsee-Gastgeber mit Herz

Es sind auch die Menschen, die einen Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern so einmalig machen. Wir stellen vier ganz besondere Gastgeberinnen und Gastgeber an der Ostsee vor.

Autor*in: Annette Rübesamen & Anna Monterroso Carneiro
Veröffentlicht: 18. März 2025

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Ostsee-Gastgeberin Heike Wehr

Das Glück mit den Strandkörben

„Ich hatte damals drei Tage Zeit, um zu entscheiden, ob ich meinen alten Job als Rezeptionistin aufgebe und den Strandkorbverleih übernehme.“ Heike Wehr sitzt in einem ihrer blauweißen Strandkörbe und schiebt die Füße durch den hellen, noch kühlen Sand. „Ich habe drei Nächte lang kein Auge zubekommen, habe gegrübelt und durchgerechnet und dann habe ich mir gesagt ‚mach’s einfach‘,“ lacht sie und wirft gelöst ihren Kopf in den Nacken. „Jetzt kann ich mir keinen schöneren Beruf vorstellen.“

Liebevoll schaut sie auf ihr kleines Reich am Boltenhagener Strandaufgang 12, das ihr inzwischen schon seit neun Jahren gehört. Jedes Jahr von Mitte Mai bis Mitte September stehen hier, an dem langen Strandabschnitt zwischen Volleyballfeld und Strandaufgang 11, ihre 40 Strandkörbe. „Das Schönste an meinem Job ist die Stimmung“, erzählt Heike. „Die Menschen kommen her, um zur Ruhe zu finden und eine schöne Zeit zu haben. Und davon bin auch ich ein Teil.“

Viele ihrer Besucher*innen sind Stammgäste und schicken schon zu Weihnachten eine Karte mit ihrer Buchung für die nächste Saison. Wünsche, die sie gerne zu erfüllen versucht. „Ein Strandkorbvermieter ist so viel mehr als jemand, der nur die Schlüssel herausgibt“, erzählt Heike. Man bringe die Gäste nach einer langen Anreise zum Innehalten und Durchatmen, täte ihnen kleine Gefallen, wie mal kurz auf die Kinder oder den Hund aufzupassen, setze manchmal Menschen zusammen, die alleine reisen. „Dabei sind schon Freundschaften fürs Leben entstanden“. Heike, als perfekte Gastgeberin an der Ostsee, versorgt ihre Gäste aber auch mit schaumigem Milchkaffee und gibt Tipps, wo die besten Fischbrötchen belegt werden oder wo man den schönsten Blick auf den Sonnenuntergang hat. Eine Portion gute Laune gehört immer dazu – dass Heike ihren Job liebt, lässt sich gar nicht übersehen.

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Die neue Strandpromenade von Boltenhagen aus der Luft
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Ostsee-Gastgeberin Claudia Drossert

Café, Kunst und Meer

„Viele Jahre habe ich auf Poel Urlaub gemacht und kannte diesen Laden an der Straße zum Hafen von außen. Die Besitzer verkauften Waren des täglichen Bedarfs.“ Claudia Drossert, die Inhaberin des Galeriecafés auf der Insel Poel, steht in der hellen, offenen Küche ihres Lokals und schneidet einen Gugelhupf in dicke Scheiben. „Als ich mich dazu entschied, ein Galeriecafé auf der Insel zu eröffnen, meldeten sich die Geschäftsbesitzer auf meine Zeitungsannonce. Ein absoluter Glücksfall!“ Nachdem Claudia das Lokal gemietet hatte, krempelte sie erst einmal die Ärmel hoch: Sie strich die dunklen Wände des Backsteinhauses in hellem Blau, lackierte den Großteil der Möbel weiß und schuf einen einladenden Ort – eine Galerie für ihre Bilder, die zugleich Café ist und Laden für allerlei Hübsches, wie zum Beispiel handgemachte Seifen, Kerzen, bedruckte Untersetzer und Kinderbücher von befreundeten Autoren.

Claudia Drossert ist e Werke, die wie Gemälde wirken. „Je abstrakter, desto besser gefällt es mir“, sagt Claudia und lacht ihr helles, freundliches Lachen.

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Ihre Aufnahmen bearbeitet sie so, dass sie am Schluss wie abstrakte Gemälde wirken. Wo man sie kaufen kann? Natürlich in ihrem Galeriecafé!
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Claudia hat immer vom Leben am Meer geträumt – und findet hier oft jede Menge

„Ursprünglich komme ich aus der Gastronomie. Mein Traum war schon immer, ein eigenes Café am Meer zu eröffnen“, schwärmt Claudia. Als sie vor elf Jahren zu ählt die gebürtige Leipzigerin. Die Menschen kämen zum Stöbern vorbei, zum Frühstück oder auf ein Stück Gugelhupf. Zwei davon backt Claudia jeden Tag frisch und immer ein bisschen anders. Auf das eben abgeschnittene Stück gießt sie ein wenig Eierlikör, legt drei Erdbeeren dazu und trägt es mit einem Lächeln zum wartenden Gast hinaus.

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Ostsee-Gastgeberin Caty Ost

Urlaub mit allen Sinnen

Caty sitzt im großen Wintergarten ihres Hotels und geht die Reservierungen des Tages durch. An ihren Beinen klebt Sand. Vor nicht mal zwanzig Minuten stand sie noch knietief im Meer und half ihrem Mitarbeiter Carlos, den Katamaran aus dem Wasser zu ziehen. Ganz normaler Alltag – Caty betreibt das feels Beach Club Hotel in Kühlungsborn, ein kleines Familienhotel mit Wassersportzentrum. 

Die Hotellerie kennt Caty schon seit Kindestagen. Ihre Großeltern führten die Pension Lotte in Kühlungsborn, und auch ihre Eltern waren im Hotelbereich tätig. Nachdem sie 25 Jahre als Auditorin Hotel- und Lebensmittelbetriebe beraten und zertifiziert hatte, zog es auch Caty zurück zu ihren Wurzeln. Gemeinsam mit ihrem Mann Oliver übernahm sie 2018 das ehemalige Wassersport-Center Sailor’s Inn und verwandelte es in ein südostasiatisch angehauchtes, nachhaltiges Haus. „Wir sind ein Hotel für alle Sinne“, erzählt Caty. „Bei der Wahl der Materialien haben wir zum Beispiel viel Wert auf eine tolle Haptik gelegt. Außerdem verwenden wir, wenn möglich, frisch geerntete Zutaten, wie Minze von unserem eigenen Dachgarten, und wir legen großen Wert auf Düfte“, erzählt Caty. So bekommen alle Gäste bei ihrer Ankunft ein warmes, mit Zitronengrasöl beträufeltes Tuch überreicht – wunderbar entspannend.

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Das feels Beach Club Hotel in Kühlungsborn spricht alle Sinne an.
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Zu ihrem feels Beach Club Hotel gehört auch ein Strandabschnitt mit Wassersportmöglichkeiten.

„Ich bin am Wasser aufgewachsen, ich liebe und brauche das Meer. Deswegen habe ich mich auch drei Jahre um dieses Objekt bemüht.“ Das Hotel liegt nur zwei Minuten Fußweg vom Strand entfernt und ist ein toller Ausgangspunkt für Aktivitäten auf dem Wasser. Auch Caty ist jeden Morgen am Meer zu finden. Bevor sie mit der Arbeit beginnt, paddelt sie immer erstmal mit dem SUP raus, um danach gestärkt und voller Energie in den Tag zu starten.

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Ostsee-Gastgeber André Rieckhoff

Gutes tun am Strand

André Rieckhoff hat seine Arbeitskluft angelegt: T-Shirt und rote Badehose. Mit der steht er auf dem Rettungsturm der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Strand von Graal-Müritz, einem puristischen, modernen Holzbau, der sich gut in die Dünenlandschaft einpasst.

Aufmerksam blickt er auf den Strand und die Ostsee. Ein schöner Sommertag kündigt sich an, mit 25 Grad Lufttemperatur und glatter See. Die ersten Strandkörbe sind schon besetzt; eine frühe Beachvolleyball-Partie ist im Gange. André, 38, ist Rettungsschwimmer und Ortsgruppen-Vorsitzender der DLRG. Ein Ehrenamt. Hauptberuflich arbeitet er als Notfallsanitäter.

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André und Kolleg*innen auf dem Rettungsturm von Graal-Müritz, einem puristischen, modernen Holzbau.
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Manchmal müssen die Lebensretter auch mit dem Schnellboot auf die Ostsee raus.
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So sieht André Rieckhoffs Einsatzgebiet aus der Luft aus.

„Die Rettungsschwimmer hier habe ich schon als kleiner Junge bewundert“, erzählt er. Im Alter von elf Jahren fing er selbst an. Und liebt es bis heute. „Am Strand zu sein und zugleich Gutes zu tun ist optimal. Es gibt keinen schöneren Ort für mich. Auch bei Regen ist es hier schön. Dann spürt man eine gewisse Entschleunigung. Vor allem aber macht es mir Spaß, den Menschen zu helfen.“ Ob Kinder wiedergefunden, festgefahrene Autos aus dem Sand befreit, Schürfwunden verarztet oder ein gestrandeter Fünf-Tonnen-Wal versorgt werden muss: „Ich könnte nirgendwo glücklicher sein“.  Das gilt so ähnlich vermutlich auch für die Badegäste von Graal-Müritz. Schließlich ist es ein gutes Gefühl, zu wissen, dass Rettungsschwimmer wie André über ihre Sicherheit wachen. Und damit einen entscheidenden Beitrag zur echten Urlaubsentspannung leisten.

Mehr zur Mecklenburgischen Ostseeküste auf ostseeferien.de.

Ausflugsziele

an der Mecklenburgischen Ostseeküste

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