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Regionale Persönlichkeiten auf Fischland-Darß-Zingst

Lesedauer ca. 7 Min. · NordTV24 Redaktion

Regionale Persönlichkeiten auf Fischland-Darß-Zingst

Fischland-Darß-Zingst ist die schönste Halbinsel der Welt. Finden jedenfalls die, die hier zuhause sind.

Autor*in: Annette Rübesamen
Veröffentlicht: 20. März 2025

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Hafenmeister, Bandenkönigin, Musiker, Reiter und Naturfreundin präsentieren ihren jeweils ganz eigenen Blick auf ihre Heimat.

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Stephan Wenke

Hafenmeister in Barth

Der Mann schaut aufs Wasser. In jeder Hinsicht. Als Hafenmeister ist der 52-Jährige im Sport-, See- und Wirtschaftshafen von Barth dafür verantwortlich, »dass alles läuft«. Er kümmert sich um Stege und Kaikanten, beseitigt die Ursache von Ölflecken im Hafenwasser, teilt Liegeplätze zu und ist fast bei jedem Anlegemanöver dabei. Zwölf Hektar Wasserfläche gehören zum Hafen von Barth, da fällt einiges an. Wenkes Schreibtisch steht im ersten Stock des Steuerhauses am Hafen, einer modernen, schiffsartigen Holzkonstruktion mit Rundumverglasung für optimale Sicht. Von hier blickt der Hafenmeister auf sein Reich wie von einer Schiffsbrücke. Doch lieber ist er draußen unterwegs, wo er dank seines T-Shirts mit dem Hafenmeister-Aufdruck von jedem erkannt und gerne auch mal angesprochen wird. Wenke freut sich dann, denn dass er in seinem Job immer neue Leute kennenlernt, „Touristen aus Berlin, aus Sachsen, auch mal aus Schweden“, schätzt er besonders. Sein Dienstfahrzeug? Ein 42-PS-Arbeitsboot namens „Molly“. Was jedoch nicht bedeutet, dass er in seiner Freizeit sofort auf festen Boden umsteigt. Da kreuzt er nämlich mit seinem eigenen Segelboot durch das Wasser – am liebsten durch die westlichen Wasserlandschaften von Fischland-Darß-Zingst, den Bodstedter Bodden zum Beispiel. Von dort aus schaut er auch gerne mal aufs Land. »Die Seele von Fischland-Darß-Zingst ist die Natur«, sagt der stattliche Mann mit den leuchtenden blauen Augen. »Vom Wasser aus ist sie besonders schön.«

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Madita von Klitzing

Ostseekind aus Zingst

Maditas Leben liest sich wie ein herrlicher Jugendroman. Titelvorschlag: »The Beach«. Denn er spielt im Seebad Zingst – und dort viel am 15 Kilometer langen Sandstrand. Die Zwölfjährige und ihre zehnköpfige »Wellenbrecher-Bande« sind dort bei Wind und Wetter unterwegs (wenn sie nicht gerade nach einem neuen Banden-Hauptquartier suchen, aber das ist eine andere Geschichte). Am Strand gibt’s nach der Schule und in den Ferien ja auch unzählige Möglichkeiten. Man kann SUPen oder baden und im Herbst den Drachen steigen lassen, kann den gebrochenen Flügel einer Ente schienen oder mit dem eigenen Pony „Scotty“ über den Strand galoppieren, »am liebsten in den Sonnenuntergang«, sagt Madita mit leuchtenden Augen. Weil sie so viel draußen unterwegs ist, kennt sie von Zingst „gefühlt alles“ und weiß auch, wie man sich bei schlechtem Wetter am besten die Zeit vertreibt: Da Madita. Aber auch die überdimensionale Sonnenbrille, die wie eine Skulptur mitten im Sand steht, eignet sich bestens für Aktivitäten bei sämtlichen Wetterlagen. Mit ihren Freundinnen probiert Madita darauf gewagte Turnübungen – und setzt sich bei »Shootings« gekonnt in Szene. Life is a beach? Im Seebad Zingst auf alle Fälle!

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Lutz Gerlach

Komponist und Pianist aus Ahrenshoop

Wie nimmt man Ahrenshoop als Jazzmusiker wahr? Lutz Gerlach, der vor vielen Jahren vom Prenzlauer Berg in Berlin in das Dorf zwischen Ostsee und Bodden zog, muss nicht lange überlegen: durch die Natur. Und durch die Kunst. „Seit 125 Jahren wird Ahrenshoop von Künstlern und Individualisten geprägt. Das macht seine Magie aus. Hier herrscht ein besonderes, ein kulturelles Urlaubsflair. Viele Kulturevents füllen den Ort mit Geist und Atmosphäre.“ Dazu trägt der 60-jährige Musiker mittlerweile selbst einiges bei. Er ist künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Naturklänge“, die mit ihren Konzerten an verschiedenen Orten in der Region am Meer, in Parks und Gärten die besondere Verbindung aus Natur und Musik feiert. Auch bei seinen eigenen Kompositionen lässt er sich von der hiesigen Natur inspirieren. Er hat die Geräusche des Meeres auch schon aufgenommen. „Es klingt jeden Tag anders“, begeistert er sich. „Die Ostseewellen, das Rauschen der Bäume, die Frösche am Bodden – das will ich in Klang übersetzen“, sagt Gerlach. Früher habe er Funk, Soul und Jazzmusik gemacht, doch seit er in Ahrenshoop lebt – in einem Haus mit einem Gartenzaun aus Metallnoten, die eine Melodie ergeben – sei seine Musik leiser und transparenter geworden, erzählt er. „Irgendwie kammermusikalischer“. „Musica Mare“ ist das vielleicht schönste Beispiel für Lutz Gerlachs musikalisches Schaffen an der Ostsee. Untertitel: „Vom Klang der Wellen.“

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Frank Bremer

Gastgeber in Dierhagen

Frank Bremers Lieblingsplatz ist auf dem Rücken eines Pferdes. Weshalb sich der gebürtige Stralsunder, der 25 Jahre lang in Hamburg gearbeitet hat, vor einem Jahr im Ostseebad Dierhagen seinen Lebenstraum erfüllte und die Ferienanlage „Frei wie der Wind“ eröffnete. Das acht Hektar große Anwesen liegt mitten im Grünen, nur wenige Schritte vom Strand entfernt. Eine große Reithalle gehört dazu, eine Reitschule, ein Stall mit elf Pferden, die von Gästen auch geritten werden können, dazu ein Restaurant und Unterkünfte mit jeglichem Komfort in Chalets und Glamping-Zelten. Bis auf die Zelte ist alles in edler, rustikaler Backstein- und Fachwerkoptik gehalten. In dem großen Anwesen gibt es viel zu tun für den hochgewachsenen Unternehmer, doch für einen Ausritt mit seinem 14-jährigen Rappen Aragon nimmt er sich immer Zeit. Im Sommer gern gleich in der Früh, zum Beispiel über die Boddenwiesen. Im Herbst reitet Bremer dagegen zum Sonnenuntergang gemütlich am Strand entlang, dicht am Wellenschlag. „Da oben im Sattel zu sitzen, die Weite zu spüren und den Horizont zu sehen, wenn dahinter die Sonne versinkt – das ist so schön, das kann man gar nicht beschreiben“, sagt er. „Fischland-Darß-Zingst ist zum Reiten einfach ideal. Endlose Wiesen und Wälder, keine Behinderungen, und kaum störende Straßen.“ Alles Glück der Erde eben!

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Einen grandiosen Ausblick hat man vom Leuchtturm auf die Ostsee und das Naturschutzgebiet.

Annett Storm

Geschäftsführerin und Vorsitzende des Fördervereins Nationalpark Boddenlandschaft in Wieck

Wenn Annett Storm gebeten wird, ihre Lieblingsorte im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft aufzuzählen, kommt sie ins Schleudern. Nicht, weil es keine gäbe. Sondern weil sie sich nicht entscheiden kann. „Wir haben diese großartige Vielfalt mit einem ganzen Mosaik an Lebensräumen – Bodden, Ostsee, Strand, Wald und noch viel mehr“, schwärmt sie. „Und überall geht mir das Herz auf.“ Ihr besonderes Interesse gilt der Dynamik dieser Landschaften, dem Umstand, dass sich die Natur immer weiterentwickelt, dass etwa neue Wälder entstehen, wo früher Wiesen waren. In anderen Worten, „dass die Natur es einfach macht. Immer völlig unvorhersehbar und einfach fantastisch.“

Voller Begeisterung erzählt Annett Storm, wie man diese Dynamik zum Beispiel im Osterwald bei Zingst erleben könne, einem alten Hochmoor, das gerade revitalisiert wird. „Da brechen jetzt die Kiefern ein, doch dafür sprießt nun wunderbares Wollgras!“, begeistert sie sich. „Oder der Erlenbruch am Darßer Ort in Born. Wie da neue Erlen heranwachsen, der Himmel sich im Wasser spiegelt und manchmal ein einzelner Kranich hindurchstakt. So schön ist das alles!« In ganz jungen Jahren ist Annett Storm zur See gefahren, doch inzwischen begleitet sie den Nationalpark schon seit 30 Jahren in den unterschiedlichsten Funktionen. Was ihr besonders gut an ihrer Arbeit gefällt: Menschen für die Natur zu begeistern, für das zu werben, was sie „Prinzip Natur“ nennt und auf diese Weise auch Probleme ansprechen zu können. Neugierig geworden? Ihr Wissen und ihre Begeisterung teilt Annett Storm gerne auch mit Gästen – bei geführten Wanderungen.

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